Historie

Mehr als punktuelle Beleuchtungen zu setzen, mittels thematisch gebündelter und lebendig inszenierter Programme historische Zusammenhänge aufzuschließen - dies sollte jedem Ensemble ein wichtiges Ziel sein. Zumal denjenigen, die sich der Erarbeitung alter Musik mit dem Instrumentarium ihrer Zeit und vor dem geistesgeschichtlichen Hintergrund ihrer Entstehung verschrieben haben. So ist auch die Berliner Barock Compagney seit ihrer Gründung darum bemüht, eine Viehlzahl ihrer Konzerte solchen erhellenden Aufrissen zu widmen, der Würdigung kaum bekannter Komponisten sowie aufregenden Entdeckungsreisen in die verstaubten Winkel der Handschriftenarchive.

 

Ins Leben gerufen wurde die Berliner Barock-Compagney 1986 von ehemaligen Studenten der Berliner Hanns-Eisler-Hochschule. Konzentrierte man sich anfangs auf das Triosonatenrepertoire des 18. Jahrhunderts - gespielt zunächst auf  Instrumenten moderner Bauart - so flammte schon bald das Interesse an der Musik anderer Epochen auf, vor allem aber an deren ebenso lebendiger wie stilgerechter Aufführung. Seit 1990 konzertieren die Musiker der Berliner Barock-Compagney mit historischen Instrumenten. Und ihre Programme schließen die hochartifizielle, noch immer unzureichend gewürdigte Kunst des Frühbarock mittlerweile ebenso ein wie die des frühen 19. Jahrhunderts.

 

Den Hörern möglichst vielfältige Einblicke in die Musik unterschiedlicher Zeiträume zu ermöglichen, begann die Berliner Barock-Compagney schon bald damit, ihre aus Violine, Violoncello und Cembalo bestehende Stammbesetzung fallweise zu erweitern. Heute gehören Gastverpflichtungen verschiedenster Instrumentalisten von Rang, wie etwa Reinhold Friedrich (Trompete), Alfredo Bernardini (Oboe) oder Christoph Huntgeburth (Flöte) ebenso zum künstlerischen Profil des Ensembles wie die planvolle Erarbeitung attraktiver Kantatenprogramme mit namhaften Vokalsolisten wie Ruth Ziesak, Ann Monoyios, Barbara Schlick, Michael Schopper oder Klaus Mertens. Die Berliner Barock-Compagney gastiert regelmäßig im In- und Ausland, erhält Einladungen zu den bedeutenden Festivals Alter Musik und wird für zahlreiche Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenproduktionen verpflichtet. Gleich wo die Berliner Barock-Compagney sich hören läßt, überall festigt sie die Erkenntnis, daß musikantische Spielfreude, Temperament, Spontaneität und kritische Sorgfalt im Umgang mit den historischen Quellen und ihrem Kontext einander keinesfalls ausschließen.